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  • Rede von PSt´in Astrid Klug anlässlich: Auftaktveranstaltung zur Präsentation der ZEM Kampagne

  • Datum: 31.03.2009
  • Ort: Berlin, Pariser Platz

- Es gilt das gesprochene Wort -

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen zur Auftaktveranstaltung der Kampagne 2009 des Zero-Emission-Mobility Projektes!

Die Vorteile der eigenständigen Mobilität sind bekannt: Zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein ist nicht nur umweltfreundlich, sondern fördert die Gesundheit und schont angesichts ständig steigender Benzinpreise den Geldbeutel. Das Problem: die Fakten sind bekannt, doch die Umsetzung vom Wissen zum Handeln stellt für viele eine unüberwindbare Hürde dar.

Dabei lassen sich gerade Nahbereich hohe CO2-Einsparpotentiale erzielen. Derzeit gehen Bundesbürger am Tag rund 600 Meter außer Haus zu Fuß und fahren im Schnitt einen Kilometer Fahrrad. Eine Verdoppelung der Fußmeter und der Fahrradkilometer zulasten des innerorts sehr CO2-intensiven Pkw-Verkehrs würde Einsparpotenziale von 1,5 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid beim Fußverkehr und von über vier Millionen Tonnen beim Fahrradverkehr eröffnen.

Dieses Potential gilt es zu heben: Am 1. Oktober 2008 fiel der Startschuss für das "Zero Emission Mobility"-Projekt des BMU. Das Projekt fördert die emissionsfreie Mobilität im Nahbereich - also den Fuß- und Radverkehr - mit Mitteln der Verbraucherinformation und Imageförderung. Eine bundeseinheitliche Mediakampagne, durchgeführt auf kommunaler Ebene, soll die Menschen animieren öfter den privaten PKW stehen zu lassen und sich emissionsfrei per Fuß und Fahrrad fortzubewegen.

Es geht nicht darum das Auto zu verbieten, sondern im Gegenteil die Vorteile des Zu-Fuß-Gehens und Radfahrens aufzuzeigen. Die Kampagne soll Lust auf den Umstieg machen. Auch wenn es in Deutschland schätzungsweise 68 Mio. Fahrräder und 160 Mio. Füße gibt (zwei Füße pro Bundesbürger) - viele vergessen diese Fortbewegungsart, wenn das eigene Auto vor der Haustür steht.

Mit dem heutigen Tag wird nicht nur die Kampagne der Öffentlichkeit vorgestellt. Heute werden auch die Gewinnerkommunen ausgezeichnet, die die Kampagne im Jahr 2009 umsetzen werden.

Vier Städte wurden von einer unabhängigen Fach-Jury zu den Gewinnern der Kampagne "Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken" gekürt. Das Gremium wählte die vier Gewinnerstädte aus insgesamt 94 Bewerbern aus.

Die vier Gewinnerstädte haben sich in einem zweistufigen Bewerbungsverfahren durchgesetzt. Entscheidendes Kriterium für den Gewinn war, dass die Jury in diesen Städten das größte Potenzial für die Wirkung der Kampagne sah. Die Stadt musste sich politisch klar zu einer Förderung des Fuß- und Radverkehrs bekennen, außerdem wurde die Hardware, also die Wegeinfrastruktur, Abstellanlagen, Wegweisung etc. begutachtet.

Wenn Infrastruktur und Politik stimmen, dann ist die Image- und Informationskampagne der "missing link", der den Umstieg vom Auto auf klimaschonende Mobilität maßgeblich befördern kann.

Im Endeffekt entschieden Nuancen über Sieg oder Niederlage. Die Gewinner werden sich gleich selber noch vorstellen. Mir obliegt es in diesem Rahmen die Namen nennen zu dürfen:

Bamberg, Dortmund, Halle und Karlsruhe

Mein Dank gilt allen Kommunen, die mit Ihrem Engagement und Ihrem Interesse das Thema Fuß- und Radverkehr auf kommunaler Ebene voranbringen. Und auch für diejenigen Kommunen, die dieses Mal nicht zu den Auserwählten gehören, gibt es Hoffnung: Im nächsten Jahr werden 5 Kommunen die Kampagne mit Unterstützung des BMU umsetzen. Der Wettbewerb startet diesen Herbst.